Klima sucht Schutz
BürgerEnergieStammtisch macht Kohlenstoffdioxid-Umfrage – Persönliche Bilanz
Um den persönlichen CO2-Fußabdruck geht es dem BürgerEnergieStammtisch Sittenberg. „Klima sucht Schutz im Passauer Oberland“ nennt sich das neue Projekt, bei dem Bürger ihre eigene CO2-Bilanz berechnen können. Beim BürgerEnergieStammtisch zeigte sich an Beispielen, dass es keineswegs nur die Industrie ist, die klimaschädlich agiert, sondern auch die Bürger.
Grund genug für das Stammtischteam Erich Käser, Josef Pauli und Johannes Schmidt, alle Bürger einzuladen, unter dem Motto „Mein CO2-Spiegel“ einen persönlichen Fußabdruck zu erstellen. Schließlich verbuche statistisch jeder Einwohner in Deutschland knapp elf Tonnen CO2 im Jahr.
Abgefragt werden die vier Lebensbereiche, in denen die meisten CO2-Emissionen anfallen: Ernährung, Konsum, Mobilität und Wohnen. Berechnet werden die Erhebungen auf www.heidelberger.co2spiegel.de der Stadt Heidelberg. Johannes Schmidt stellte zwei CO2-Tagesabläufe vor, einen verschwenderischen und einen sparsamen Tag. Ein Radiowecker verursacht einen Ausstoß von 22,26 Gramm, ein Aufziehwecker null Gramm. Zähneputzen mit der elektrischen Zahnbürste verursacht 47,7 Gramm, mit einer normalen Zahnbürste null Gramm. Am Ende ergab der verschwenderische Tag 38 085 Gramm und der sparsame 14 410. Aufs Jahr gerechnet wären das 13,9 und 5,26 Tonnen CO2. So wurde das Potenzial an Einsparmöglichkeiten ohne große Einschränkungen beim Lebensstandard sichtbar.
Josef Pauli zeigte auf, wie sich CO2-Äquivalente berechnen. Betrachtet man die klimaschädlichen CO2-Emissionen der einzelnen Energieträger, so wird deutlich, dass Scheitholz mit einer Emission von 0,2 Gramm pro produzierter Kilowattstunde am saubersten ist, gefolgt von Windkraft vor der Küste mit 0,6 Gramm und Windkraft an Land mit 0,9 Gramm. Es folgen Hackschnitzel mit 1,3 Gramm, Wasserkraft mit 2,3 Gramm und Holz-Pellets mit 2,4 Gramm. Atomkraft schlägt mit 97,7 Gramm zu Buche, Wärmepumpen mit bis zu 186,6 Gramm und Erdgas mit 261,1. Größere CO2-Fußabdrücke hinterlassen Heizöl mit 374,1 Gramm pro produzierter Kilowattstunde, Steinkohle mit 2233,4 und Braunkohle mit 3720,4.
Josef Pauli berichtete, dass derzeit in den ILE-Gemeinden „Passauer Oberland“ ein Emissionsvergleich der Liegenschaften stattfinde. Im ländlichen Raum sind noch viele Heizölanlagen im Betrieb, die die CO2-Bilanz hochtreiben. js
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