5. Bürger-Energiestammtisch: Kapitalverzinsung von 65 Prozent
Die Umstellung auf LED-Leuchtmittel rechnet sich, wenn eine Lampe täglich mindestens zwei Stunden brennt. Investitionen in LED-Technik entsprechen in zehn Jahren einer Kapitalverzinsung von jährlich 65 Prozent. Das ist die Erkenntnis aus dem 5. Bürger-Energiestammtisch der ILE „Passauer Oberland“ und „Ilzer Land“ im Gasthaus Billinger in Sittenberg, den die Katholische Landvolkbewegung (KLB), der Technologie-Campus Freyung, der Bund Naturschutz und die Katholische Erwachsenenbildung im Landkreis veranstalten. Unter die 30 Teilnehmer mischten sich auch Bürgermeister Rudolf Müller, ILE-Energiemanager Josef Pauli vom Technologie-Campus Freyung der TH Deggendorf und der BN-Kreisvorsitzende Karl Haberzettl.
Die CO2-Emissionen zu reduzieren und die Wertschöpfung in der Region zu halten, seien Anliegen des Stammtisches, sagte Moderator und KLB-Kreisvorsitzender Johannes Schmidt. Die Runde gebe Empfehlungen zu den bearbeiteten Themen heraus. Das erste Ergebnis liege nun vor: „Eine eigene PV-Anlage ist in angemessener Größe für jedes Gebäude sinnvoll. Daraus resultiert ein höherer Eigenversorgungsgrad und ein zusätzliches Einkommen.“ Themen und Empfehlungen werden auf der Seite www.fachlexika.de/buergerenergiestammtisch veröffentlicht, die Erich Käser vorstellte.
Harald Wagner von der Firma Hagemeyer in Passau zeigte, wie man LED-Leuchtmittel richtig auswählt. Einer Glühbirne von 60 Watt entspreche ein LED-Leuchtmittel mit zehn Watt. Je mehr Kelvin die Farbtemperatur hat, umso angenehmer und heller werde das Licht empfunden. Für den Wohnbereich empfahl er 2 700 bis 3 000 Kelvin. Eine herkömmliche Glühbirne habe zwar viel Leistung, aber wenig Licht.
Es gebe bereits erste flimmerarme LEDs, sagte Josef Pauli vom Technologie-Campus Freyung auf den Einwand des Baubiologen Volkmar Hintze, der das disharmonische Flimmern bemängelte. Ob der Energieaufwand für die Herstellung von LED-Leuchten günstiger ist als bei Glühlampen, wird der Stammtisch eruieren.
An der LED-Technik komme niemand vorbei, resümierte Pauli. Diese werde immer preisgünstiger. Die Eppendorfer Studie zeige, dass Schulkinder bei mehr Licht bessere Leistungen abliefern. Viele Schulen in der ILE „Passauer Oberland“ seien schon dabei, ihr Licht umzustellen. Auf der Verpackung müsse der Lichtstrom in Lumen angegeben sein. Alles, was kleiner als 60 Lumen/Watt ist, solle man im Regal stehen lassen. LED sei temperaturempfindlich. Geschlossene Leuchten sollten durch offene ersetzt werden.
Die LED-Technik habe eine Lebensdauer von 20 000 bis 25 000 Stunden. Eine Glühbirne brenne dagegen rund 1 000 Stunden. Tauschten 10 000 Haushalte im „Passauer Oberland“ ihre Glühbirnen gegen LED aus, könne man rund 365 000 Kilowattstunden Strom sparen. Dies entspricht dem jährlichen Verbrauch von rund 100 Haushalten.
Der nächste Bürger-Energiestammtisch am 14. Juli beschäftigt sich mit E-Mobilität. Nach einer Pause im August diskutiert der Stammtisch im September über Mini-Blockheizkraftwerke. tw
| |||||||