Sittenberg/Ruderting. Beim vierten BürgerEnergieStammtisch hat sich alles um das Thema Einsparungen im Haushalt gedreht: Bis zu 500 Euro könne jeder Haushalt pro Jahr nur mit wenigen Handlungsschritten einsparen, ohne Investitionen und Komfortverlust, berichtete Josef Pauli in seinem Vortrag. Bei einem jährlichen Energieverbrauchsanteil für Strom von 38 Prozent und 60 Prozent für Wärme seien allein durch bewusstes Handeln beim Strom Einsparungen von bis zu 20 Prozent möglich, bei der Wärme acht Prozent; durch kleininvestive Maßnahmen noch einmal 18 Prozent beim Strom und sieben Prozent bei der Heizung.
Experte gibt Tipps zum Energiesparen
Heizeinstellungen, Warmwassertemperatureinstellung, bedarfsgerechte Zirkulationspumpen und eine Steuerung mittels Heizkreisabschaltung durch Außentemperaturfühler und über die Thermostate sparen viel Geld. Anhand des Mollier-h-x-Diagramms wurde der Zusammenhang von Raumtemperatur, Luftfeuchte und Schimmelbildung aufgezeigt. Verblüfft waren die Zuhörer über den Effekt von Außenrollos, die für Wärme- und Energieverluste von großer Bedeutung sind.
Ausführlich ging Josef Pauli auf Kühlgeräte ein. So sei es immer sparsamer für den Stromverbrauch, Kühlschrank und Gefrierfach auf zwei Geräte zu trennen statt ein Kombigerät zu kaufen. Die Einsparung mache etwa ein Drittel der Kosten aus. Abschließend ging Pauli noch auf den Standby-Verbrauch ein und zeigte auf, dass hier bis zu 295 Euro Einsparungen möglich sind. Weitere Themen waren LED-Beleuchtung und Batterienverwendung.
Vor dem Vortrag informierte Johannes Schmidt über Aktivitäten seit dem letzten Stammtisch. So hat Erich Käser aus Sittenberg einen Entwurf einer Stammtisch-Internetseite erarbeitet. Josef Pauli, für das Fachliche verantwortlich, berichtete, dass die erste Stammtisch-Empfehlung zur Frage „Ist eine PV-Anlage eine sinnvolle Investition“ bereits fertig sei und an alle Teilnehmer per E-Mail versandt wurde.
Die Fragenrunde wurde von Johannes Schmidt moderiert. Eine Frage war, ob es zulässig ist, den Strom der eigenen PV-Anlage via Steckdose selbst zu verbrauchen. Josef Pauli konnte hier ein eindeutiges „Nein“ vermelden. Laut Mitteilung des Verbands der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik ist die Einspeisung in Endstromkreise unzulässig. Demnach wächst das Risiko von Bränden durch Überlastung von Leitungen; durch die Beeinflussung von FI-Schaltern kann es zu gefährlichen Stromschlägen kommen. Informiert wurde in dem Zusammenhang noch über konkrete Anforderungen und Normen, die Verwendung richtiger Zähler und wie Ärger vermieden werden kann. Die Hinweise gab es für die Stammtischbesucher auch in schriftlicher Form.
Nächster Stammtisch zum Thema LED
Hermann Fenzl aus Wegscheid regte an, sich einmal ausführlich mit dem Bereich Gesundheit und Energiesparmöglichkeiten ausein-anderzusetzen. Dazu gehören seiner Meinung nach die Fragen über die Menge des Essens, die Art und Beschaffenheit der Lebensmittel und der Energieaufwand bei der Herstellung und dem Transport, die regionale oder globale Produktion, die Verwendung frischer Lebensmittel, Fleischkonsum und Umgang mit Trinkwasser. Wichtig sei auch die Besorgung der Lebensmittel.
Der nächste Stammtisch im Gasthaus Billinger in Sittenberg findet am 9. Juni um 19.30 Uhr statt. Thema: Wie wähle ich LED-Leuchtmittel richtig aus? Wann ist der Einsatz sinnvoll? Ein Passauer Großhändler wird zu LED-Leuchtmitteln informieren. Der BürgerEnergie-Stammtisch ist für alle Bürger offen. js
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