Für jedes Gebäude die richtige Anschaffung
Für jedes Gebäude die richtige Anschaffung
Ruderting, den 29.04.2015
BürgerEnergie-Stammtisch diskutiert über Photovoltaik-Anlagen und verschiedene Energiespeicher
Von Theresia Wildfeuer. Praxisbeispiele von Stromspeichern für gewerbliche und private Anwendung standen im Mittelpunkt des dritten BürgerEnergie-Stammtisches für die ILE-Regionen „Passauer Oberland“ und „Ilzer Land“ im Gasthaus Billinger in Sittenberg. Unter der Moderation von Johannes Schmidt, Kreisvorsitzender der Katholischen Landvolkbewegung (KLB), informierten Josef Pauli vom Technologie-Campus Freyung der TH Deggendorf und Firmenvertreter über das Thema. Eingeladen hatten KLB, Katholische Erwachsenenbildung, Bund Naturschutz und Josef Pauli.
Anliegen des BürgerEnergie-Stammtisches sei, in Sachen Energie eine weitgehende Selbstversorgung zu erreichen, um die Wertschöpfung in der Region zu halten, statt Öl aus dem Ausland zu kaufen, sagte Johannes Schmidt.
Josef Pauli, Energiemanager der ILE „Passauer Oberland“, zeigte anhand eines Organigramms die „regionale Ist-Abhängigkeitsblume“ und den Soll-Stand. Um diese zu erreichen, greift der Energie-Stammtisch die Handlungsfelder Energiesparen, Effizienzsteigerung, Photovoltaik, Wasserkraft, Biomasse, Windkraft, Geothermie, Energiespeicher, Energienetze, Energiehandel sowie die Fachbereiche Wärme, Mobilität, Strom, Wasser, Lebensmittel und Biodiversität auf und gibt dazu Empfehlungen.
„Eine Photovoltaik-(PV)-Anlage ist in angemessener Größe für jedes Gebäude die richtige Anschaffung. Daraus resultiert ein höherer Eigenversorgungsgrad und ein zusätzliches Einkommen für jeden“, laute die Empfehlung des ersten Stammtisches, sagte Josef Pauli. Anhand eines Einfamilienhauses und Vier-Personen-Haushalts zeigte er, dass sich bei einem Jahresverbrauch von 3000 kWh mit einer PV-Anlage Rendite ergibt und viel CO2 einsparen lässt. Ein Gewerbebetrieb mit einem Durchschnittsverbrauch von 23.000 kWh im Jahr könne sogar höhere Rendite erzielen und mehr C02 einsparen.
Zum Handlungsfeld „Energiespeicher“ informierte Erik Boehlke von der Firma Praml in Ruderting über Stromspeicher zur Steigerung des Autarkiegrades. Er stellte Speichersysteme mit unterschiedlicher Kapazität und Lebensdauer vor, mit denen sich die Eigenversorgung deutlich steigern lasse und Sonnenstrom auch nachts zur Verfügung stehe.
Auch Hans Zach aus Neuburg am Inn, Gründer der Firma S-on-Volksspeicher, klärte über Stromspeicher auf. An diesen führe kein Weg vorbei. Der einzelne habe die Möglichkeit, die Stromkosten selbst zu steuern.
Karl-Heinz Simmet von der Solar-pur AG in Saldenburg erläuterte das Praxisbeispiel eines 30-kWh-Netto-Speichers am Firmengebäude. Auch er betonte die Senkung der Stromkosten, die größere Unabhängigkeit gegenüber den Stromversorgern und die Nutzung erneuerbarer Energien.
Josef Pauli stellte ein Effizienzplushaus mit Elektro- und Warmwasserspeicher vor, das sich durch einen geringen Energieverbrauch auszeichnet. „Ohne Netzbezug geht es aber nicht“, betonte er. Die Datenaufzeichnungen zeigten, dass auch im Sommer Strom aus dem Netz benötigt wird.
In der Diskussion ging es um Kosten und Lebensdauer der Speicher und der unterschiedlichen Akkusysteme, die auch bei größeren Systemen zeitlich beschränkt ist, sowie um die Häufigkeit der Ladezyklen, die sich bei Lithium-Eisenphosphatsystemen auf das Doppelte steigern ließen, sagte Hans Zach. Die Preise seien noch hoch, deshalb brauche es Enthusiasten, die sie kaufen, damit sie weiter entwickelt werden. Die KfW-Bank fördere diese Investitionen, sagte Werner Simmet. Ein AC-gekoppeltes System habe weniger Ladeverlust, antwortete Erik Boehlke auf die Frage von Johann Streifinger, 2. Bürgermeister in Ruderting.
Batteriespeicher seien sinnvoll, wenn sie richtig dimensioniert sind, resümierte Josef Pauli. Voraussetzung für die Investition sei die Ermittlung des genauen Stromverbrauchs. Autarkie solle das Ziel sein, sagte Harald Praml. Wenn alle ihre eigene Versorgung haben, funktioniere das Netz nicht mehr, wandte Pauli ein. Batteriesysteme, bei denen auch das Netz genutzt wird, seien sinnvoll, wenn vorab die Einsparpotenziale betrachtet wurden. Die Netzstabilität hänge von Verbrauchern und Einspeisern ab.
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BürgerEnergieStammtisch Sittenberg
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