Photovoltaik lohnt sich

Photovoltaik lohnt sich

Ruderting, den 20.02.2015
 

Erster BürgerEnergieStammtisch in Ruderting - Weitere Treffen jeden zweiten Dienstag im Monat  

PV-Anlagen auf den Dächern sind nach wie vor rentabel. Das ist das Ergebnis des 1. BürgerEnergieStammtisches, der unter dem Thema „Photovoltaik für optimierten Eigenverbrauch - sinnvolle Investition für Jeden“ unter Regie von Johannes Schmidt von der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) und Ingenieur Josef Pauli vom Campus Freyung der TH Deggendorf und Energiemanager der ILE „Passauer Oberland“ im Gasthaus Billinger in Sittenberg stattfand. Der Stammtisch trifft sich künftig jeden zweiten Dienstag im Monat in Ruderting.
„PV-Anlagen rentieren sich vor allem dann, wenn ihre Größe dem Bedarf entspricht“, sagte Josef Pauli. Mit ihrer Hilfe könne man den Eigenversorgungsgrad erhöhen. A und O sei es aber, Energie zu sparen und effizient einzusetzen. Um die PV-Anlage für den Eigenverbrauch richtig zu dimensionieren, sei es wichtig, den genauen Verbrauch zu erfassen, zum Beispiel, indem man drei Wochen lang im Sommer täglich den Stromzähler abliest und den Verbrauch notiert sowie den Eigenverbrauchsanteil ermittelt.
Am Beispiel eines Einfamilienhauses zeigte er auf, dass bei der richtigen Größe der PV-Anlage und einer Amortisation in zwölf Jahren sich eine Verzinsung von 3,3 Prozent ergibt. „Eine bessere Kapitalanlage gibt es derzeit nicht“, rechnete Pauli vor. Eine größere Anlage führe zu keiner Netzüberlastung, aber aufgrund der höheren Kosten zu weniger Ertrag. Bei Gewerbebetrieben sei die Kapitalverzinsung noch höher.
Auf die Frage nach der Entsorgung von PV-Anlagen antwortete Pauli, die Platten ließen sich zerlegen und entsorgen. Es entstünden keine hohen Kosten. Auch Photovoltaik auf Dächern mit Ost-West-Ausrichtung könnten effizient sein, wenn die Dachneigung passt.
Der EnergieStammtisch kam überein, eine Empfehlung an Hauseigentümer für Photovoltaik zum Eigenverbrauch zu verfassen und die Bürger zu bitten, zu investieren. Trotz der Kürzung der Einspeisevergütung lohne es sich.
Eine Steigerung des Eigenversorgungsstandards und damit mehr regionale Unabhängigkeit formulierten die rund 50 Teilnehmer aus Ruderting und Umgebung, zu denen auch Bürgermeister Rudolf Müller, Innungsobermeister a.D. Ludwig Praml und der Kreisvorsitzende des Bund Naturschutzes, Karl Haberzettl, zählten, als Ziele des Energiestammtisches.
Das große Interesse an der Veranstaltung sei erfreulich, zeige es doch, wie wichtig das Thema „Bürgerenergie“ ist, sagte Johannes Schmidt zu Beginn, der mit KLB, KEB und Campus eingeladen hatte. Hauptziel sei, die Energiewende anzuschieben. Dass man dabei richtig liegt, belegte er mit einem Zitat des CSU-Arbeitskreises „Umwelt“, demzufolge Bayern gemeinsam mit den Bürgern den Ausstieg aus der Atomkraft bis 2022 schaffen könne und Bürgerenergieprojekte, intelligente Verteilnetze und dezentrale Kraft-Wärme-Kopplung dabei wichtigste Bausteine künftiger Energieversorgung seien. Jetzt gehe es darum, wer den Markt bestimme, Bürger oder Konzerne, zitierte Schmidt.
„Dranbleiben und umsetzen der Ziele“, formulierte der Energiestammtisch als Aufgabe. Er vermittelt Fachliteratur, gestaltet die Treffen mit Fachvorträgen und will Kontakte zu Betrieben herstellen. Daraus entstehende Aufträge sollten den Leitsätzen entsprechen. Haberzettl, Schmidt und Praml regten an, den Stammtisch für Energiebewusste aus umliegenden Kommunen zu öffnen, um voneinander zu lernen, und auch die Gemeinden mit ins Boot zu nehmen. Speichertechnik, alternative Energiequellen, Kraftstoff aus Pflanzenöl, sinnvoller Energiemix zur vollständigen Versorgung der Region, E-Mobilität und E-Wald lauten die nächsten Themen des Stammtisches.
Der BürgerEnergieStammtisch trifft sich wieder am 10. März um 19.30 Uhr im Gasthaus Billinger in Sittenberg bei Ruderting. Am 27. März lädt die KLB zu einer Info-Fahrt nach Streitdorf bei Wien zu Energierebell Wolfgang Löser und zum internationalen Fachzentrum für Erneuerbare Energien in Tulln ein. tw

 


BürgerEnergieStammtisch Sittenberg